Styrkeprøven 2005

Link zur offiziellen Seite Nach Beinbruch und Pause hatte ich mir für dieses Jahr vorgenommen an der Styrkeprøven teilzunehmen. Allerdings nur die kürzere Strecke von Lillehammer nach Oslo.

Und die Vorbereitungen sind in vollem Gang. Urlaub ist beantragt, Fähre gebucht und das Training läuft gut. Alleine zehn Müritzrunden habe ich dieses Jahr schon gedreht. Davon die Hälfte über 100 km.

Peter und Klaus beim Training im Erzgebirge Es gibt da auch ein zwei Fahrradfreunde, Peter und Klaus (siehe Foto), die sich für dieses Jahr die volle Strecke von Trondheim nach Oslo vorgenommen haben (540 km). Und da soll es auch den einen oder anderen Beeinflussungsversuch gegeben haben, mich für die volle Strecke zu begeistern. Ich möchte dazu keine Kommentare abgegen. Auf alle Fälle freue ich mich schon auf die Tour und natürlich auch auf den Abend danach. Wenn einem so herrlich alle Knochen weh tun und man -hoffentlich- glücklich ist, es geschafft zu haben.

Am Start in Lillehammer Lillehammer im Juni 2005.

Es war ca. 14.00 Uhr und ich stand in der Nähe des Startfeldes und wartete auf meinen Start. Es war das erste Mal seit 2001. Damals hatte ich die Vätternrundan nach 178 km abgebrochen. Dementsprechend war ich ganz schön aufgeregt. Aber das Wetter war ideal, sonnig und leichter Rückenwind und ich freute mich auch auf die schöne norwegische Landschaft.

Am Morgen war ich mit dem Zug von Oslo aus nach Lillehammer gestartet. Der Zug war zur Hälfte mit Radfahrern gefüllt. Unsere Räder hatten wir direkt am Osloer Hauptbahnhof abgegeben. Sie wurden vom Veranstalter per LKW nach Lillehammer transportiert. Vom Bahnhof in Lillehammer war es dann ein viertelstündiger Fußweg bis zum Organisationsbüro. Zum Glück mußte ich nur dem Strom von Radfahrern folgen. Von Lillehammer starteten etwa 1400 Teilnehmer. Im Organisationsbüro bekam man seine Startnummer und auf dem Vorplatz stand der LKW mit unseren Rädern. Dort konnte man auch noch eine Kleinigkeit zu typisch norwegischen Preisen essen. Dann mußte man wieder zurück in die Innerstadt von Lillehammer zum Start.

Nun war es soweit. Das Startfeld wurde für meine Startergruppe geöffnet. Wir drängelten uns hinein. Um 14.40 Uhr kam dann endlich das Startsignal. Und wir radelten los. Ich hatte mir vorgenommen bis 24.00 Uhr in Oslo zu sein.

Die Landschaft war beeindruckend. Eine großer Teil der Strecke führte am Ostufer des etwa 100 km langen Mjøsa Sees entlang. Es ging immer bergauf und bergab. So hatte man von oben sehr schöne Aussichten. Bergauf ging es machmal nicht schneller als 10 km/h. Dafür rauschte ich dann auf der anderen Seite wieder ins Tal. Mein Mountainbike mit dicken Reifen stellte sich dabei als erstklassiger "Roller" heraus und rollte schneller als manches Rennrad. Oder lag das an meinem Gewicht?

Als ich so vor mich her radelte überholte mich plötzlich ein Auto, daß mir bekannt vorkam. Es war das Auto von Klaus. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich begriff, was das bedeutete. Klaus und Peter, die einen Tag vorher von Trondheim Richtung Oslo gestartet waren, mußten aufgegeben haben. Ich dachte daran, wie es den beiden jetzt wohl gehen würde. Nach dem vielen Training und der Euphorie hatte es für die beiden nun zum zweiten Mal nicht geklappt. Ich bewundere ihren Mut, sich dieser für den "Normalradfahrer" vielleicht doch unlösbaren Aufgabe gestellt zu haben. Später überholte mich Peter mit dem Auto. Er hielt an und wir konnten ein bißchen miteinander reden. Peter war nicht so niedergeschlagen. Dann ging es weiter. Ich hatte noch ca. 80 km vor mir.

Leider verlief die Route meistens entlang der belebten Fernverkehrsstraße E6. Als ich das erste Mal an einem Schild "Kraftfahrstraße" vorbeigeleitet wurde, war ich gerade alleine. Vor und hinter mir war niemand zu sehen. Ich zweifelte, ob ich mich nun verirrt hatte und einen Abzweig übersehen hatte. Aber es war richtig. Zum Schluß führte die Strecke sogar ein Stück entlang der Autobahn. Das war nicht sehr angenehm. Mit dem Fahrrad kommt man sich auf der Autobahn irgendwie verloren vor. Die Steigungen sind nicht steil aber dafür scheinen sie unendlich. Man kann das Ende in 5 km Entfernung sehen und es scheint als ob man steht.

Als die Dämmerung begann erreichte ich die Stadtgrenze von Oslo. Die Strecke durch Oslo führte wieder entlang einer zweispurigen Kraftfahrstraße. Die Straße war aber leer. Vor und hinter mir war auch keine anderer Radfahrer zu sehen und am Straßenrand stand auch niemand. Es war ein bißchen einsam. Trotzdem ist es irgendwie ein ganz anderes Gefühl eine Stadt auf diese Art zu erobern. Die ganze Tour war ich irgendwie angespannt gewesen. Doch jetzt, wo eigentlich nichts mehr passieren konnte, begann ich mich zu freuen. Ich hatte das Gefühl wieder dabei zu sein.

Am Ziel warteten Marina, Peter und Hanna auf mich. Es gab eine Urkunde und die obligatorische Medaille. Für Peter war das sicher nicht ganz einfach, am Ziel all diejenigen zu treffen, die es geschafft hatten. Als wir am Zeltplatz angekommen waren, war es bereits halb zwei. Der gemeinsame Abend danach mußte deshalb verschoben werden.

Ich ahnte noch nicht, daß mich Peter und Klaus im nächsten Jahr zur Vätternrundan überreden würden.